Völkerball - 20 Varianten für den Sportunterricht

Völkerball: Spielregeln & 20 schöne Varianten

Völkerball ist eins der beliebtesten Spiele im Sportunterricht und wird sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe häufig gespielt. Viele kennen jedoch nur die klassischen Regeln. Dabei gibt es zahlreiche Varianten, die man unbedingt mal ausprobiert haben sollte. Die folgenden Variationen sind einfach umzusetzen und abwechslungsreich zugleich.

Falls ihr noch weitere Varianten kennt, die man im Sportunterricht gespielt haben sollte, schreibt uns gerne einen Kommentar!

Spielregeln / Anleitung

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Zunächst werden die Schülerinnen und Schüler in zwei gleich große und möglichst gleichstarke Mannschaften aufgeteilt. Die Teams platzieren sich auf den beiden eingeteilten Spielfeldern. Jede Mannschaft bestimmt eine „Strohpuppe“ (je nach Region und Variante auch „König“, „Häuptling“ oder „Grenzwächter“ genannt). Diese Spieler sind zuständig für den Bereich um das gegnerische Spielfeld herum. Dieser Bereich wird manchmal auch als „Himmel“ bezeichnet.

Völkerball - Grundregeln & Anleitung

Der Schiedsrichter hat seine Position an der Mittellinie, so hat er immer den Überblick über den Spielverlauf. Nachdem die Mannschaften sich aufgestellt haben, wird der Ball auf der Mittellinie eingerollt und das Spiel startet. Die Mannschaft, in dessen Feld der Ball rollt, beginnt zu werfen.

Das Ziel der beiden Mannschaften ist es die gegnerischen Spieler abzuwerfen. Als abgeworfen zählen direkte Körpertreffer. Wird der Ball gefangen, so gilt dies nicht und der Spielverlauf wird fortgesetzt. Zu den Sonderfällen gehören Kopftreffer. Wird ein Kind bzw. Jugendlicher am Kopf getroffen, so zählt der Treffer nicht. Auch „Erdbälle“ gelten nicht. Erdbälle sich Treffer, bei denen der Ball vorher den Boden berührt hat.

Wird im Spielverlauf ein Spieler getroffen, muss dieser das innere Spielfeld verlassen und sich in dem Bereich um das gegnerische Spielfeld herum (im „Himmel“) positionieren. Der Spieler darf hierbei keinen Ball mitnehmen. Die im Himmel erworbenen Bälle dürfen jedoch zu den Mitspielern in das Feld oder zur Strohpuppe geworfen werden. Die Schülerinnen und Schüler, die im Himmel stehen, können auch von dort aus die Spieler der anderen Mannschaft abwerfen. Wenn ein Gegner getroffen wurde, ist der Werfer befreit und nimmt wieder einen Platz im Innenfeld ein. Das gegnerische Feld darf nie betreten und auch die Bälle dürfen nicht aus dem Feld geklaut werden.

Wenn der letzte Feldspieler abgeworfen wurde, wird die Strohpuppe eingesetzt. Diese erhält beim ersten Einsatz (auf den gesamten Spielverlauf gesehen) den Ball und verfügt über drei Leben. Während die Strohpuppe im Innenfeld steht, können sich die Spieler aus seinen Team wieder ins Feld werfen. Falls das geschehen sollte, darf die Strohpuppe wieder in den „Himmel“.

Gewonnen hat das Team, das alle Spieler der gegnerischen Mannschaft inklusive Strohpuppe (3 Leben) abgeworfen hat. Alternativ kann auch eine Spieldauer festgelegt werden, beispielsweise 10 Minuten. Hierbei gewinnt die Mannschaft, welche nach Ablauf der Zeit noch die meisten Spieler im Feld hat.

Tipp:

Wenn du sehr große Mannschaften hast, wird das Spiel durch den Einsatz von mehreren Bällen besonders intensiviert und spannend für die Kinder bzw. Jugendlichen. Bei dieser Variante erlangen zudem die noch nicht so wurfstarken Spieler öfter die Möglichkeit, sich wieder freizuwerfen.

Mattenvölkerball - Völkerball-Variante

Mattenvölkerball

Material:

Weichbodenmatten, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Mattenvölkerball ist eine der bekanntesten Variationen des Völkerballs im Sportunterricht. In jedem Feld befindet sich hierfür eine stehende Weichbodenmatte. Die Spieler können diese nutzen, um sich dahinter zu verstecken. Die Matte darf gedreht werden, muss jedoch immer stehen bleiben. Fällt die Matte um, so verliert die Mannschaft sofort. Insbesondere das Passen innerhalb der Mannschaft wird hierbei gefördert.

Burgvölkerball

Material:

Kästen, Matten, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Zum Spielbeginn erhält jede Mannschaft die gleichen Materialien, um sich eine Burg zu bauen, diese dient dem Schutz der Spieler. Ansonsten gelten auch hier die klassischen Regeln. Die Materialien bestimmst du als Spielleiter, natürlich auch gerne unter der Berücksichtigung von Wünschen deiner Schülerinnen und Schüler.

Hütchenvölkerball - Völkerball-Variante

Hütchenvölkerball

Material:

Kasten, Hütchen, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Bei dieser Spielidee gelten die klassischen Regeln. Diese werden jedoch erweitert, indem in der Mitte beider Spielflächen ein kleiner Kasten mit einem Hütchen darauf aufgestellt wird. Die aufgebaute Pyramide darf nur von den jeweiligen Feldspielern bewacht, jedoch nicht berührt, werden. Wird das Hütchen von einem gegnerischen Spieler getroffen und fällt vom Kasten so dürfen alle Mitglieder, der gegnerischen Mannschaft, wieder in das Feld zurückkehren.

Bienenkönigin

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Jede Mannschaft legt zu Beginn des Spiels ihre Bienenkönigin fest. Diese wird nur dem Spieleiter mitgeteilt. Trifft die gegnerische Mannschaft die Bienenkönigin, so verliert das betroffene Bienenvolk sofort. 

Zusätzlich kann auch noch eine weitere Person geheim bestimmt werden, die immun gegen Treffer ist und somit die Bienenkönigin schützen kann. Diese Variante mit Beschützer ist auch bekannt unter dem Namen “James-Bond-Völkerball”. 

Völkerball mit Handicaps

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Hierbei erhalten die Spieler ein Handicap. Das bedeutet, dass die Art und Weise des Werfens festgelegt wird. Sie dürfen beispielsweise nur mit der schwächeren Hand, beidhändig, über den Kopf oder mit einem Druckwurf werfen.

Jokervölkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Jede Mannschaft wählt zum Spielbeginn ihren Joker aus und markiert diesen mit einem Parteiband. Der Joker ist erst abgeworfen, wenn dieser vom „Himmel“ aus getroffen wurde. Wenn er getroffen wurde, dürfen alle gegnerischen Spieler wieder zurück in das eigene Feld.

Diese Variation bietet einen Vorteil für wurfschwächere Schülerinnen und Schüler, da sie immer wieder die Möglichkeit haben, aktiv am Spielgeschehen teilzunehmen.

Dodgeball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Für dieses Spiel wird das Feld etwas anders aufgeteilt. Jeweils einen Meter von der Mittellinie entfernt liegt die neutrale Zone. Diese wird von den Spielfeldern begrenzt. Gespielt wird mit mindestens drei Bällen. Die Anzahl der Mannschaftsspieler ist auf mindestens fünf und maximal 12 Schülerinnen und Schüler begrenzt.

Das Spiel beginnt damit, dass alle Bälle auf der Mittellinie positioniert werden. Fünf Spieler je Mannschaft stellen sich anschließend an der eigenen Grundlinie auf. Wenn ein Anpfiff ertönt laufen alle so schnell wie möglich zur Mittellinie und versuchen einen der Bälle zu erlaufen. Anschließend kehren die Schülerinnen und Schüler (mit oder ohne Ball) wieder in ihr Spielfeld zurück.

Ein zweiter Pfiff startet das Spiel und die Teams beginnen zu werfen. Wird beim Dodgeball ein Spieler abgeworfen, so muss sich dieser der Reihenfolge nach am Spielfeldrand aufstellen. Es gibt bei dieser Variation keinen „Himmel“. Anders als beim klassischen Völkerball ist ein Werfer auch raus, wenn der Gegner den Ball fängt. Wenn einem Fänger das gelingt, darf der am längsten ausgeschiedene Mitspieler seines Teams wieder aufs Feld. Wird ein Ball mit einem anderen Ball abgewehrt, so gilt dieser als entschärft. Das Spielende ist entweder zeitlich begrenzt oder alle Spieler einer Mannschaft sind raus.

Hühner auf der Stange

Material:

Langbänke, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Diese Variante ist Dodgeball recht ähnlich. Das Spielfeld wird auch lediglich in der Mitte geteilt. Abgeworfene Spieler setzen sich, mit Blickrichtung zum Gegner, auf die Hühnerstange. Diese befindet sich immer auf dem rechten äußeren Rand der Mittellinie. Alle weiteren getroffenen Teamhühner setzen sich jeweils dahinter und können sich nicht wieder einwerfen. Das Ziel ist es, eine zuvor festgelegte Anzahl von Hühnern auf der Stange zu haben. Je nach Mannschaftsgröße sollte variiert werden, wie viele Hühner auf der Stange sitzen sollen.

Inselvölkerball - Völkerball-Variante

Inselvölkerball

Material:

Matten, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Das Spielfeld wird bei Inselvölkerball nur in der Mitte geteilt, daher gibt es auch hier keinen „Himmel“. Jede Spielfeldhälfte wird identisch mit einigen Matten ausgelegt, welche als Inseln dienen. Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich in ihrer jeweiligen Hälfte zwischen den Matten. Wird ein Spieler abgeworfen, so muss dieser auf eine Insel des Gegners und kann sich nun von dort aus frei werfen.

Beachvölkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Beachvölkerball ist perfekt, wenn die Sportstunde draußen stattfinden soll. Diese Variante wird mit einem Softball auf einem Sandplatz gespielt. Hierfür bietet sich häufig die Weitsprunggrube in der Schule an. Die Grundregeln können hierbei einfach übernommen werden, jedoch sollte mit weniger Schülerinnen und Schülern in einer Mannschaft gespielt werden, da die Spielfläche durch die Weitsprunggrube verkleinert ist.

Merkvölkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Beim Merkvölkerball wird die ganze Halle oder das komplette Feld ausgenutzt und nicht unterteilt. Auch bei dieser Variation versuchen sich die Spieler der beiden Mannschaften gegenseitig abzuwerfen, jedoch darf der Werfer immer nur drei Schritte gehen. Dribbeln ist nicht erlaubt. Wird ein Spieler abgeworfen, so muss dieser sich hinsetzen und genau merken, von wem er abgeworfen wurde. Wird nun genau dieser Gegenspieler von einem Teamkameraden getroffen, so ist der Spieler frei und steht wieder auf. Während er auf dem Boden sitzt, kann er, sollte er den Ball kriegen, auch einen Gegner abwerfen.

Partnervölkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Diese Anleitung beruht auf den Regeln des klassischen Völkerballs. Vor Anpfiff wählt jeder Spieler einen Partner. Wird ein Spieler abgeworfen, so muss das Paar gemeinsam das Spielfeld verlassen. Wirft ein Spieler einen Gegner im Feld ab, so darf das Paar gemeinsam wieder auf das Spielfeld.

Diese Variante kann auch noch weiter verändert werden. Jeweils ein Kind bzw. Jugendlicher pro Paar nimmt die Rolle des „Beschützers“ ein, die andere Person ist der „Schützling“. Der „Beschützer“ ist unverwundbar und versucht im Spielverlauf seinen „Schützling“ vor dem Ball abzuschirmen. Auch bei dieser Erweiterung muss das Paar gemeinsam in den Himmel, sobald der „Schützling“ getroffen wurde. Wirft einer der beiden Spieler anschließend einen Gegenspieler ab, so können beide wieder ins Innenfeld.

Kegelvölkerball - Völkerball-Variante

Kegelvölkerball

Material:

Kegel, Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Beim Kegelvölkerball erhalten alle Kinder bzw. Jugendlichen einen Kegel und stellen diesen im eigenen Spielfeld auf. Der eigene Kegel muss bewacht werden, fällt dieser um, so ist der Spieler abgeworfen. Es macht hierbei keinen Unterschied ob dies durch Eigen- oder Fremdverschulden geschehen ist. Die Schülerinnen und Schüler können sich frei werfen, indem ein gegnerischer Kegel, vom Himmel aus, abgeworfen wird. Das Spiel ist beendet, wenn alle gegnerischen Kegel umgeworfen wurden.

Beintreffer-Völkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Hierbei zählen nur Treffer auf den Bereich der Beine. Diese Variante verlangt eine Klasse mit guten Werfern, denn ansonsten fällt es abgeworfenen Spielern sehr schwer wieder in das eigene Feld zurück zu kommen. Ein großer Vorteil dieser Variante ist das geringe Verletzungsrisiko durch Treffer oder Kopfwürfe.

Linienvölkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Beim Linienvölkerball müssen die Schülerinnen und Schüler sehr aufmerksam sein und schnell reagieren, denn ein Spieler ist erst abgeworfen, wenn der Ball nach dem Treffer über die Linie rollt. Hierbei zählen alle Linien des Spielfeldes (Mittel-, Seiten- und Grundlinie). Der Ball darf von jedem Teamkameraden oder dem getroffenen Spieler selbst aufgehalten werden. Rollt der Ball über eine der Linien, so muss diese Person in den „Himmel“.

Die Aufwurfzone

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Der Himmel wird bei dieser Variation verkleinert. Nur aus dem Bereich hinter der Spielfeld-Grundlinie, dürfen die Gegner abgeworfen werden. Diese Variante kann noch ergänzt werden, indem nur Treffer aus der Zone zählen. Das bedeutet, dass die Feldspieler eher als Zuspieler und weniger als Abwerfer agieren.

4 Jahreszeitenball - Völkerball-Variante

4 Jahreszeitenball

Material:

Parteibänder, Matten oder Kegel, Softbälle

Spielbeschreibung:

Beim Jahreszeitenvölkerball wird das Spielfeld in vier gleichgroße Felder unterteilt. Die jeweiligen Flächen werden mit Kegeln oder Matten unterteilt. Die Schülerinnen und Schüler werden in vier Mannschaften aufgeteilt, jedes Team erhält einen Ball. Alle Spieler der gegnerischen Mannschaften dürfen abgeworfen werden. Ist ein Gegner getroffen, so unterstützt dieser die Mannschaft des Werfers und geht in dessen Spielfeld. Das Spiel endet, wenn in einem Jahreszeitenfeld keine Spieler mehr stehen. Diese Variation bietet eine großartige Alternative, denn es gibt keine „Verlierer“ und nur Gewinnerteams.

Sanitäter-Völkerball

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Alle Schülerinnen und Schüler werden in zwei Mannschaften aufgeteilt. Beim Sanitäterball gelten die klassischen Regeln, jedoch gibt es keinen König und es wird mit etwa fünf Bällen gespielt. Wird ein Kind bzw. Jugendlicher angeworfen, so ist dieser „verletzt“ und muss sich auf den Boden setzen. Tragen nun zwei „Sanitäter“ den Spieler über die Grundlinie in das „Krankenhaus“, so ist dieser wieder gesund und kann weiterspielen. Alle noch nicht getroffenen Teamkameraden können dem „Verletzten“ helfen. Während des Transports sind die „Sanitäter“ geschützt und dürfen nicht abgeworfen werden.

Freilaufen

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Bei dieser Variante haben abgeworfene Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich frei zu laufen. Hierfür müssen sie von der Grundlinie des „Himmels“ durch das gegnerische Feld laufen, ohne von einem Gegenspieler berührt zu werden. Diese Chance besteht nur einmal. Gelingt es beim ersten Mal nicht, so muss man jemanden abwerfen um wieder ins Spiel zu kommen.

Ein großer Vorteil ist hierbei die Steigerung der Bewegungsintensität. Zudem haben auch Spieler mit nicht so guten Wurfkünsten eine Möglichkeit, sich wieder zu befreien. Die Kinder und Jugendlichen nehmen automatisch aktiver am Spielgeschehen teil.

Völkerball verkehrt

Material:

Parteibänder, Softbälle

Spielbeschreibung:

Bei diesem Spiel herrscht wird das klassische Völkerball verkehrt herum gespielt, denn auf dem Spielfeld befindet sich jeweils nur ein Kind bzw. Jugendlicher. Alle anderen Spieler stehen im „Himmel“ und müssen sich erst in das Spiel hineinwerfen. Bei dieser Variante können die Schülerinnen und Schüler auf das Spielfeld kommen, wenn ein Gegenspieler abgeworfen wurde. Der Abgeworfene muss das Feld jedoch nicht verlassen. Ziel des Spiels ist es, seine eigene Mannschaft zuerst komplett auf dem Spielfeld aufgestellt zu haben.